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  • Dr. Anneliese Fink-Retter
  • Fachärztin für Frauenheilkunde und Geburtshilfe
    Brustgesundheit
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Verhütungsberatung

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Egal ob Pille, Hormonspirale, Kupfer- oder Goldspirale, Kupferkette, Kupferball, Dreimonatsspritze, Hormonimplantat, Vaginalring, Verhütungspflaster, Barrieremethoden, natürliche Familienplanung oder operative Verhütungsmethoden, ich berate Sie über die verschiedenen Formen der Empfängnisverhütung, deren Wirkungsweise, Sicherheit und mögliche Nebenwirkungen. Vor der Verschreibung von sogenannten kombinierten hormonellen Verhütungsmitteln (dazu zählen Pille, Vaginalring, Pflaster) ist besonders die Frage nach dem Vorliegen von Thrombosen (Blutgerinnsel) wichtig. Ausserdem wird nach weiteren bestimmten Erkrankungen, wie z. B. Bluthochdruck, Epilepsie, etc., gefragt, nach Medikamenteneinnahme und Rauchgewohnheiten. Rauchen erhöht das Thromboserisiko unter Pilleneinnahme zusätzlich! Nach Erhebung der medizinischen Vorgeschichte und Einbeziehung des Wunsches nach einer bestimmten Verhütungsmethode läßt sich für jede Patientin die passende Verhütungsmethode finden.

Bei Vorliegen einer Thrombose in der medizinischen Vorgeschichte gibt es auch die Möglichkeit einer speziellen Blutuntersuchung zur Abklärung eines erhöhten Thrombosrisikos (Bestimmung der APC-Resistenz).

Bevor eine Spirale/Hormonspirale eingesetzt werden kann, sollte eine gynäkologische Untersuchung durchgeführt werden. Hierbei kann geklärt werden, ob Grunderkrankungen oder körperliche Gegebenheiten vorliegen, die gegen das Einsetzen einer Kupfer- oder Hormonspirale sprechen. Auch sollte ein aktueller Krebsabstrich vorhanden sein.

Bei Frauen, die noch nie geboren haben, kann es vorkommen, dass die Gebärmutter sehr klein ist und sich nicht jede Spirale einfach setzen lässt (die Grösse der Gebärmutter wird vorher im Ultraschall gemessen) – da es aber sowohl bei den Kupferspiralen wie auch bei der Hormonspirale jeweils eine kleine Spirale gibt, gibt es für fast jede Frau auch ein passende Spirale.

Der Zeitpunkt des Einsetzens sollte idealerweise in die Zeit Ihrer nächsten Monatsblutung fallen, da dann der Gebärmutterhalskanal etwas geöffnet ist. Ein Schmerzmittel kombiniert mit einem Prostaglandin, welches den Gebärmutterhalskanal zusätzlich erweitert, kann 2 Stunden vor dem Eingriff eingenommen werden. Dies ist keine Notwendigkeit, führt aber nach eigener Erfahrung allermeist zu problemlosen Spiralsetzungen, auch bei Frauen die noch nicht geborgen haben. In den ersten Monaten (frühestens nach 6 Wochen) nach der Geburt kann die Spirale meistens problemlos eingesetzt werden, auch wenn Sie noch keine Monatsblutung haben.

Beim Einsetzen selbst kann ein leichtes, schmerzhaftes Ziehen im Unterleib auftreten und nach dem Einlegen kann es zu menstruationsähnlichen Krämpfen kommen, die aber nach kurzer Zeit abklingen sollten.

Ca. 4 bis 6 Wochen nach dem Einsetzen wird eine Lagekontrolle mittels Vaginalultraschall durchgeführt. Der Verhütungsschutz ist sofort ab dem Einsetzen gewährleistet.

Die Kupferspirale sondert ständig kleine Mengen an Kupfer ab und verändert den Aufbau der Gebärmutterschleimhaut, sodass sich keine befruchtete Eizelle einnisten kann.

Zudem werden die Samen durch das Kupfer in ihrer Beweglichkeit eingeschränkt, sodass es zu keiner Befruchtung kommen kann.

Vorteile

  • Dauerhafte (3-5 Jahre) und bequeme Verhütung ohne Eingriff in den Hormonhaushalt.
  • Die Anwendung ist auch während der Stillzeit möglich.
  • Keine Anwendungsfehler durch Vergessen, reisebedingte Zeitverschiebung oder Magen- und Darmbeschwerden.
  • Preisgünstige Langzeitverhütung mit einer Wirkung von bis zu 5 Jahren.

Nachteile

  • Unter der Spirale kann sich die Regelblutung verstärken und verlängern, genauso können sich Regelschmerzen verstärken. Frauen mit starker Menstruationsblutung und -schmerzen ist daher eher eine Hormonspirale anzuraten.
  • In den ersten 2 bis 3 Anwendungsmonaten sind unregelmäßige Schmier- und Zwischenblutungen möglich (legt sich spätestens nach 3 Monaten).
  • Ca. 5% der Frauen vertragen die Spirale nicht; Sie verrutscht oder wird ausgestoßen.
  • Nicht ganz so sicher wie die Hormonspirale, es besteht ein minimal erhöhtes Risiko für Eileiterschwangerschaften.

Nach neueren Untersuchungen erhöht die Kupferspirale das Risiko, an schweren Unterleibsentzündungen zu erkranken, nicht. Das Argument, dass Frauen, die noch nie geboren haben, keine Spirale eingesetzt bekommen sollten, ist heutzutage nicht mehr zeitgemäß.

Die Hormonspirale besteht aus einem Kunststoffzylinder, der das Gelbkörperhormon Levonorgestrel enthält. Dieser Hormonzylinder ist an einem elastischen Kunststoff-T fixiert, das für einen sicheren Halt in der Gebärmutter sorgt.

Die Hormonspirale wird direkt in die Gebärmutterhöhle eingelegt. Die Hormonspirale ist nicht spürbar und gewährt vom ersten Tag an eine sehr hohe empfängnisverhütende Sicherheit, die bis zu 5 Jahre bestehen bleibt. Die kleine Hormonspirale hat eine Wirkdauer von 3 Jahren.

In der Gebärmutterhöhle werden geringe Mengen des Hormons langsam und gleichmässig freigesetzt. Im Unterschied zu anderen hormonellen Verhütungsmethoden (z.B. Pille) wird mit der Hormonspirale der Eisprung nicht unterdrückt und Sie behalten Ihren natürlichen Zyklus bei.

Vorteile der Hormonspirale

  • Hohe Verhütungssicherheit – sicherer als die Sterilisation.
  • Minimale Hormondosierung durch die lokale verhütende Wirkung.Ihr natürlicher Zyklus bleibt erhalten.
  • Auch während der Stillzeit geeignet.
  • Die Hormonspirale macht den Schleim im Gebärmutterhals zähflüssiger, sodass weniger Keime in die Gebärmutter eindringen können- sie bietet daher einen guten Infektionsschutz.Keine Anwendungsfehler durch Vergessen, reisebedingte Zeitverschiebung oder Magen- und Darmbeschwerden.
  • Preisgünstige Langzeitverhütung mit einer Wirkung von bis zu 5 Jahren.

Angenehm: Die Monatsblutung wird meist kürzer, schwächer und weniger schmerzhaft, daher ist Sie vor allem für Frauen mit starker oder schmerzhafter Blutung von Vorteil.

Die Hormonspirale kann jederzeit entfernt werden. Nach dem Entfernen können Sie sofort schwanger werden.

Zu beachten ist: In den ersten 3 bis 6 Monaten nach der Einlage sind Zwischenblutungen und verlängerte Monatsblutungen möglich. Die Monatsblutung kann völlig aufhören. Etwa jede 5. Anwenderin ist nach einem Jahr blutungsfrei.

Nebenwirkungen

Die Hormonspirale wird allgemein sehr gut vertragen. Die im Blut messbaren Hormonspiegel sind etwa 20- bis 100-mal geringer als bei anderen hormonellen Verhütungsmethoden. Daher treten nur selten hormonelle Begleiterscheinungen auf. Selten treten dennoch geringe Begleiterscheinungen auf, meist beschränkt auf die ersten 3 Monate nach der Einlage der Hormonspirale:

  • Brustspannen,
  • Stimmungsschwankungen,
  • Libidoverlust,
  • Blutungsstörungen über die ersten Anwendungsmonate hinaus,
  • gering erhöhte Neigung zu harmlosen Eierstockzysten.

Die Hormonspirale eignet sich sehr gut auch als Verhütung für junge Mädchen, da die in diesem Alter oft auftretenden Regelschmerzen durch die Hormonspirale sehr günstig beeinflusst werden.

Die Kupferkette ist ein moderner Intrauterinpessar (Spirale), welcher in die Gebärmutterwand implantiert wird.

Diese spezielle Eigenschaft macht ein Abstoßen der Spirale theoretisch unmöglich. Die Kupferkette unterscheidet sich komplett von den traditionellen Spiralen, da sie rahmenlos ist und daher weniger Nebenwirkungen als herkömmliche Kupfer/Goldspiralen verursacht (wie vor allem verstärkte Regelblutungen). Die Kupferkette ist winzig und nach korrekter Applikation sicher in Ihrem Körper verankert.

Da die Kupferkette extrem flexibel ist, passt sie sich harmonisch den gegebenen anatomischen Verhältnissen an und zwar unabhängig von irgendwelchen körperlichen Aktivitäten und unabhängig vom Zykluszeitpunkt. Daher sind auch Nebenwirkungen, wie Blutungen, Schmerzen oder Herausfallen extrem seltene Ereignisse. Die Kupferkette Mini ist die erste Kupferspirale, die nicht zu einer verstärkten Periodenblutung führt. Verstärkte Periodenblutungen sind der Hauptgrund, weshalb Kupferspiralen abgelehnt werden.

Die Hauptvorteile sind

  • Hohe Wirksamkeit (so hoch wie bei der Pille, korrekte Einnahme vorausgesetzt)
  • Gute Verträglichkeit und fast keine Nebenwirkungen
  • Klein und flexibel und deswegen sehr angenehm zu tragen. Im Gegensatz zur herkömmlichen Kupferspirale keine Verstärkung der Regelblutung, speziell bei Mini – Kupferkette
  • Kann von Frauen in jedem Alter benutzt werden, auch von jungen Frauen mit einer kleinen Gebärmutter
  • Lange Wirkungsdauer (5 Jahre)
  • Leicht einsetz- und entfernbar
  • Keine Veränderung des Menstruationszyklus und des Eisprunges
  • Keine Hormone und deshalb keine Beeinflussung des Hormonhaushaltes
  • Sofortige Wiederherstellung der Fruchtbarkeit nach Entfernung

In dem Maße, in dem sich der Körper an die Kupferkette gewöhnt, lassen Nebenwirkungen wie stärkere Blutungen oder Zwischenblutungen nach. Nach einigen Regelblutungen wird sich das Blutungsverhalten normalisiert haben.

Das Hormonimplantat ist ein flexibles, ca. vier Zentimeter langes und zwei Millimeter dickes Stäbchen, dass an der Innenseite des Oberarms unter die Haut eingesetzt wird- das Stäbchen ist fühlbar. Es enthält ein Gelbkörperhormon (Gestagen), von dem geringste Mengen kontinuierlich in die Blutbahn abgegeben werden.

Ähnlich wie die Pille verhindert dieses Hormon den Eisprung. Das Hormonimplantat bietet sehr zuverlässig einen 3-jährigen Verhütungsschutz. Danach muss es von der Frauenärztin/vom Frauenarzt entfernt werden.

Vorteile 

  • Sehr sichere Verhütung für die Dauer von drei Jahren.
  • Auch während der Stillzeit geeignet.
  • Besonders geeignet für Frauen, die kein Östrogen vertragen oder einnehmen dürfen.

Nachteile

  • Häufig unregelmäßige Blutungen bei ca. 25% der Patientinnen,
  • Hautunreinheiten
  • (seltener) Libidoverlust,
  • (seltene) Stimmungsschwankungen,
  • (seltene) geringe Gewichtszunahme.