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  • Dr. Anneliese Fink-Retter
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Gynäkologie

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Die gynäkologische Vorsorgeuntersuchung beeinhaltet die Brustuntersuchung zur Brustkrebsvorsorge, den Krebsabstrich (PAP-Abstrich – benannt nach dem griechischen Arzt Papanicolaou, der den Krebsabstrich  des Gebärmutterhalses 1928 entwickelt hat) sowie den Vaginalultraschall.  Beim Krebsabstrich wird mit einem Bürstchen über die Oberfläche des Gebärmutterhalses (Portio) gestrichen und die Zellen, die sich dabei im Bürstchen verfangen, werden auf einen Objektträger ausgestrichen und dieser unter dem Mikroskop untersucht. Während bei PAP I und II ein normaler Befund vorliegt und kein weiterer Handlungsbedarf besteht, sollte bei PAP III/III D und IV zur weiteren Abklärung eine Kolposkopie durchgeführt werden.  Der Vaginalultraschall ermöglicht eine optimale Beurteilung der Beschaffenheit von Gebärmutter, Gebärmutterschleimhaut (Endometrium), Eierstöcken (Ovarien) sowie von frühen Schwangerschaften. Die gynäkologische Vorsorgeuntersuchung  sollte zumindest einmal jährlich in Anspruch genommen werden, denn je früher eine Krebserkrankung oder deren Vorstufe erkannt wird, desto besser sind die Behandlungsmöglichkeiten.

Unter Kolposkopie versteht man die Betrachtung des Gebärmutterhalses, der Scheide und der Vulva mit einer Lupe (=Kolposkop). Um mögliche Zellveränderungen (Dysplasien) besser sichtbar zu machen, wird der Gebärmutterhals mit einer 3%igen Essiglösung betupft. Ein verdächtiges Areal zeigt sich dabei als weißer Fleck; der Schweregrad der Veränderung wird durch andere Kriterien in dem weißen Fleck bestimmt, wie z. B. Oberflächenbeschaffenheit, Gefäßzeichnung). Vom auffälligsten Areal wird dann  eine Gewebeprobe (Biopsie) entnommen. Dieses Gewebestück ist ca. 2×2 mm groß.  Die Biopsie ist an sich nur wenig schmerzhaft und wird in örtlicher Betäubung mittels eines Lokalanästhesiesprays durchgeführt. Die dabei auftretende, meist sehr leichte Blutung wird mittels eines Lapisstifts gestillt. Nur äußerst selten kommt es zu stärkeren Blutungen. Sie sollten nach der Biopsie über 2-3 Tage kein Vollbad nehmen und keinen Geschlechtsverkehr haben. Ansonsten sind keine Vorsichtsmaßnahmen notwendig.

HPV ist die Abkürzung für humanes Papillomavirus. HP-Viren gehören zu den am häufigsten sexuell übertragbaren Viruserkrankungen. Die Folge von einer Infektion mit HP-Viren sind meist harmlose Genitalwarzen (Condylome), andere HP-Virustypen können aber auch Krebsauslöser (Gebärmutterhalskrebs) sein. Mit dem HPV-Test können HP-Viren nachgewiesen und verschiedene Typen differenziert werden. Man unterscheidet sogenannte Low-risk HP-Viren (mit einem niedrigen Risiko für die Entstehung von Dysplasien und Krebs, die häufigsten dazu sind Typ 6 und 11) und High-risk HP-Viren (häufiger mit der Entstehung von Dysplasien und bei fehlender Behandlung auch mit Krebs verbunden, dazu zählen vor allem Typ 16 und 18). Bei den meisten Menschen ist das Immunsystem in der Lage die HP-Viren selbst zu eliminieren. So können auch bereits durch diese Viren verursachte und bestehende Dysplasien wieder verschwinden. Eine geringgradige Dysplasie (sog. CIN I, cervikale intraepiheliale Dysplasie Grad I) hat beispielsweise eine spontane Selbstheilungsrate von ca. 80 % innerhalb eines Jahres. Die Wahrscheinlichkeit, dass sich Dysplasien selbst zurückbilden, nimmt mit dem Schweregrad ab (CIN I bis III). So bilden sich CIN III  Veränderungen nur noch in weniger als 10 % der Fälle ohne Behandlung zurück.

Die Durchführung eines HPV-Tests ist bei Vorliegen eines PAP III und der Diagnose CIN I (cervikale intraepitheliale Dysplasie Grad I) sinnvoll. Damit kann besser abgeschätzt werden, ob bei einem PAP III eine höhergradige Dysplasie vorliegt bzw. die Rückbildungstendenz einer CIN I besser beurteilt werden. Weiters ist der Einsatz des HPV-Tests nach einer durchgeführten Konisation sinnvoll. Dieser wird ungefähr 4-6 Monate nach einer Konisation durchgeführt. Falls keine HPV-Infektion nach Konisation vorliegt, kann davon ausgegangen werden, dass die betroffene Patientin kein erhöhtes Risiko für die Entwicklung einer neuerlichen Dysplasie hat. Sollte jedoch ein positiver HPV-Befund vorliegen, sollten die ersten 2 Jahre nach der Konisation regelmäßige Abstrichskontrollen in 6monatigen Abständen durchgeführt werden.

Mit einem Bürstchen, gleich wie beim Krebsabstrich, wird Zellmaterial aus dem Gebärmutterhals gewonnen. Das Bürstchen wird anschließend in ein Röhrchen gegeben und einer speziellen Laboruntersuchung zugeführt.

Harninkontinenz ist der ungewollte Verlust von Harn. Das Symptom ist weit verbreitet und die Zahl der Betroffenenn nimmt mit dem Alter zu. Trotz der Häufigkeit wird kaum darüber gesprochen – Inkontinenz ist auch heute noch ein Tabu. Da der Harnverlust auch meist allmählich beginnt, dauert es oft Jahre, bis die Betroffene einen Arzt/eine Ärztin aufsucht. Es gibt zwei Arten von Harnverlust:

Die sogenannte Dranginkontinenz ist der Verlust von Harn mit begleitendem Harndrang und die sogenannte Belastungsinkontinenz. Hier wird dann Harn verloren, wenn der Verschluss der Blase belastet wird. Dies ist zum Beispiel beim Husten, Niesen oder beim Sport der Fall.

Die Ursache einer Belastungsinkontinenz bei der Frau ist in erster Linie eine Schwäche des Blasenschließmuskels und eine Beckenbodenschwäche, meist als Folge von Geburten oder Operationen im kleinen Becken, wenn es zu Schädigungeng kleiner Nerven kommt, die den Beckenboden versorgen. In den Wechseljahren kann der Mangel an weiblichen Geschlechtshormonen dazu führen, dass das Gewebe von Harnröhre und Beckenboden an Spannkraft verliert.

Die Ursachen für eine Dranginkontinenz sind vielfältig, es können Krankheiten im Bereich der Harnblase vorliegen (v.a. Blasenentzündungen, aber auch Blasentumore, mitunter Blasensteine), eine Blasensenkung, eine altersbedingte Veränderung der Harnblase, bei jüngeren Personen können auch psychische Faktoren ursächlich sein oder aber auch neurologische Erkrankungen wie Multiple Sklerose, Parkinson oder nach Schlaganfällen.

Abklärung der Harninkontinenz

Die Basisabklärung der Harninkontinenz bedarf nur einiger, weniger Hilfsmittel. Zu allererst erfolgt eine inkontinenzspezifische Anamnese ,  gezielt wird nach Alltagssituationen gefragt, in welchen Urin abgeht, nach der Notwendigkeit, Vorlagen zu tragen, nach Senkungsgefühl, wiederkehrenden Harnwegsinfekten, der geburtshilflichen Anamnese, Operationen oder Bestrahlung im kleinen Becken, neurologische Erkrankungen und Medikation. Eine wertvolle Information stellt das Miktionsprotokoll dar. Hier wird drei Tage lang genau aufgeschrieben was getrunken wird, wann und wie viel Wasser gelassen wird, wann ein Harndrang aufgetreten ist und wann Harn verloren wurde.

Weiters wird eine Harnanalyse mittels Teststreifen zum Ausschluss eines Harnwegsinfektes durchgeführt sowie die Restharnmessung mittels Ultraschall. Ein Restharn über 100 ml sollte weiter abgeklärt werden.

Die gynäkologische Untersuchung und der Hustentest (bei voller Blase läßt man die Patientin husten und beobachtet, ob währenddessen Harn aus der Harnröhre austritt) schließen die Basisabklärung ab.

Führen Basisabklärung und primäre Therapie nicht zum Erfolg, ist eine weiterführende Abklärung – insbesondere wenn operative Eingriffe zur Therapie in Frage kommen – erforderlich.

Therapie der Harninkontinenz

Die Therapie der Belastungsinkontinenz reicht von Beckenbodentraining nach Anleitung eines Physiotherapeuten/einer Physiotherapeutin über Elektrostimulation und Biofeedback, medikamentöser Behandlung in Form von östrogenhältigen  Vaginalzäpchen oder Salben bis zu operativen Verfahren, wenn sich trotz aller genannten Maßnahmen kein Erfolg einstellt.

Bei der Therapie der Dranginkontinenz werden zunächst diagnostizierte organische Ursachen, wie zum Beispiel Blasenentzündungen, Blasensteine etc. behandelt. Läßt sich keine organische Ursache finden, gilt es, die Symptome zu behandeln. Dies beginnt mit einem gezielten Blasen- und Toilettentraining um die Kontrolle über die Blase zu verbessern und die Abstände zwischen den Toilettgängen zu verlängern (Blasenentleerungs-Tagebuch). Ergänzend empfielt sich auch bei Dranginkontinenz ein Beckenbodentraining zur Kräftigung der Muskulatur. Die medikamentöse Behandlung gehört parallel zum Blasentraining als Standardtherapie dazu. Diese Medikamente führen zu einer Entspannung der Blasenmuskulatur, die dadurch wieder mehr Urin speichern kann. Die Substanzen, die hier zum Einsatz kommen sind vorwiegend sogenannte Anticholinergika. Bei leichten Formen der Dranginkontinenz können auch pflanzliche Mittel helfen die Reizzustände zu lindern. Operative Verfahren kommen hier nicht zur Anwendung, da der Verschlussapparat der Harnblase intakt ist.