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  • Dr. Anneliese Fink-Retter
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Wechseljahre

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Das Klimakterium (=Wechseljahre) ist keine Krankheit, es handelt sich dabei um ein natürliches Geschehen bei der Frau.  Das Absinken der Geschlechtshormone (in erster Linie Gestagen, Östrogen und Androgen) im Blut geht mit körperlichen Veränderungen einher, die auch zu Beschwerden führen können. Die häufigsten Symptome dabei sind Hitzewallungen, Schweißausbrüche, Schlafstörungen, Gewichtszunahme, trockene Schleimhäute (v.a. der Scheide), Stimmungsschwankungen, aber auch eine Erhöhung des Cholesterinspiegels, ein schwankender Bluthochdruck und Herzstolpern.  Diese Symptome treten allerdings nicht bei allen Frauen und in sehr unterschiedlicher Stärke auf. So sind bei etwa einem Drittel der Frauen in den Wechseljahren diese Symptome stark ausgeprägt, bei einem Drittel nur leicht und die restlichen Frauen leiden gar nicht unter der Hormonumstellung. Auch die Dauer der Beschwerden ist nicht einheitlich. Bei den meisten Frauen dauern die Beschwerden wenige Jahre, bei anderen wiederum (ca. 10 %) sind auch nach mehr als 10 Jahren deutliche Symptome vorhanden.

Wechselbeschwerden und auch Probleme, die durch den Hormonmangel entstehen können,  werden am effektivsten durch die medikamentöse Gabe von Sexualhormonen gelindert. Man spricht hierbei von der sogenannten Menopausalen Hormontherapie (=MHT,  früher Hormonersatztherapie). Hat eine Frau in den Wechseljahren keine Beschwerden, ist eine Hormonersatztherapie nicht notwendig. Denn auch wenn die Eierstöcke nun keine Hormone mehr produzieren, werden Geschlechtshormone – in geringerem Ausmaß –  in den unterschiedlichen Teilen des weiblichen Körpers (Haut, Muskel, Fettgewebe, Leber) gebildet. Das Fehlen der unterschiedlichen Hormone führt zu unterschiedlichen Symptomen und genau diese Symptome sollten gezielt mit einzelnen Hormonen oder deren Kombination behandelt werden. Dasselbe gilt für die Verabreichungsform: Es gibt neben der Pillenform bereits andere Möglichkeiten der Verabreichung von Hormonersatztherapie, so z. B. durch die Scheide, durch die Haut oder durch die Mundschleimhaut. Tritt ein Hormonproblem nur lokal auf, beispielsweise in der Scheide, so ist eine Ganzkörperbehandlung nicht unbedingt notwendig. Wenn Probleme durch einen Hormonmangel entstehen und diese über eine Substitution beseitigt beziehungsweise ausgeglichen werden können, dann ist eine Hormonbehandlung angezeigt. Wie lange nun die Hormone eingenommen werden sollen, beantwortet uns der Körper selbst. Einmal pro Jahr wird die Hormontherapie für zirka drei bis vier Wochen pausiert und man beobachtet den Organismus, ob es ihm ohne Hormone genauso gut geht wie mit den Hormonen. Wenn das der Fall ist, dann ist eine Hormonbehandlung nicht mehr sinnvoll. Kommen allerdings die Beschwerden erneut, so wird man die Hormontherapie fortsetzen, eventuell mit einer niedrigeren Dosis, um nach einem Jahr das gleiche zu wiederholen.

Bei zusätzlichen Erkrankungen der zu behandelnden Patientin wird das weitere Vorgehen hinsichtlich menopausaler Hormontherapie mit dem zuständigen Facharzt (beispielsweise mit dem Internisten/der Internistin) abgesprochen und unter Einbezug der Patientin der Nutzen gegen allfällige Risiken sorgfältig abgewogen.